Vortragsveranstaltungen und Diskussionen
Wie entstehen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson?
Leitung: Prof. Dr. Thilo van Eimeren
Termin: Donnerstag, 6. November 2025, 18.00–19.30 Uhr
Ort: Hörsaal XII, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz
Es handelt sich um eine öffentliche Veranstaltung. Gäste sind herzlich willkommen! Als Gast melden Sie sich bitte unter gasthoerer-studium(at)uni-koeln.de an. Eingeschriebene Gasthörer:innen brauchen keine Anmeldung.
Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson sind weit mehr als altersbedingte Begleiterscheinungen: Sie entstehen durch komplexe Veränderungen im Gehirn, die oft lange Zeit im Verborgenen bleiben. Moderne Hirnforschung bringt diese Veränderungen ans Licht und bietet neue Perspektiven für Vorsorge, Früherkennung und Therapie. Was kann man jetzt schon tun und worauf kann man hoffen?
Unser dynamisches Universum – Ein Einblick in DYNAVERSE
Leitung: Prof. Dr. Stefanie Walch-Gassner
Termin: 20. November 2025, 18.00–19.30 Uhr
Ort: Hörsaal XII, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz
Es handelt sich um eine öffentliche Veranstaltung. Gäste sind herzlich willkommen! Als Gast melden Sie sich bitte unter gasthoerer-studium(at)uni-koeln.de an. Eingeschriebene Gasthörer:innen brauchen keine Anmeldung.
Das Dozent:innenhonorar für diese Veranstaltung wird aus den Mitgliedsbeiträgen des fgs finanziert.
Die dynamische Entwicklung unseres Universums wird durch nichtlineare physikalische Prozesse gesteuert, die auf sehr unterschiedlichen Zeitskalen ablaufen, von Sekundenbruchteilen bis zu Milliarden von Jahren. Wie sind sie miteinander verbunden und formen das Universum? Wie entwickeln sich z. B. Galaxien in epochenübergreifender Perspektive? Oder was passiert bei Supernova-Explosionen? Wie kam überhaupt Struktur und Licht ins Universum? Welche Rolle spielen „Zeitraffer- oder Zeitlupenastronomie“ bei der Erklärung und Veranschaulichung solcher Phänomene? Wie werden dabei die gigantischen Datenmengen, die Radioteleskope zur Verfügung stellen, mithilfe von KI-Lernsystemen für die Erforschung solcher Fragen zu Nutze gemacht?
Das neue Exzellenzcluster „Unser dynamisches Universum“ (Dynaverse) versucht Antworten darauf zu finden und verspricht einen Durchbruch in unser physikalisches Verständnis zu bringen. Neben den Universitäten Köln und Bonn sind auch das Forschungszentrum Jülich, das Max-Planck-Institut für Radioastronomie, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Heidelberger Institut für Theoretische Studien am Cluster beteiligt. Es handelt sich um ein weltweit führendes Kompetenzzentrum mit hochmodernen Forschungseinrichtungen für Radioastronomie, Laborexperimente, Simulationen und maschinelles Lernen / künstliche Intelligenz, das Forscher:innen aus den Bereichen Astrophysik, Informatik und Mathematik zusammenbringt. Das Fachwissen im Bereich des Hochleistungsrechnens und der Datenanalyse eröffnet neue bahnbrechende Möglichkeiten.
Frau Prof. Walch-Gassner von der Universität zu Köln ist die Sprecherin des Clusters seitens der Universität zu Köln. Sie stellt das Projekt vor und gibt Einblicke in die faszinierenden Gegenstände Ihrer Forschung.
Lobbyismus und Lobbykontrolle im demokratischen Prozess
Leitung: Dr. Maximilian Schiffers (Universität Duisburg-Essen)
Termin: Donnerstag, 4. Dezember 2025, 18.00–19.30 Uhr
Ort: Hörsaal XII, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz
Es handelt sich um eine öffentliche Veranstaltung. Gäste sind herzlich willkommen! Als Gast melden Sie sich bitte unter gasthoerer-studium(at)uni-koeln.de an. Eingeschriebene Gasthörer:innen brauchen keine Anmeldung.
Das Dozent:innenhonorar für diese Veranstaltung wird aus den Mitgliedsbeiträgen des fgs finanziert.
Lobbying ist ein zentraler Bestandteil der Demokratie und für die Funktionsfähigkeit und Legitimität des Politikgestaltungsprozesses unverzichtbar. Interessenakteure bündeln wirtschaftliche, öffentliche und zivilgesellschaftliche Anliegen und bringen sie in den politischen Prozess ein. Sie liefern Expertise für die inhaltliche Qualität der Gesetzgebung und weisen auch auf gesellschaftliche Missstände hin.
Problematisch ist die Asymmetrie der Interessen, die mit ungleich verteilten Möglichkeiten des Zugangs zu politischen Entscheidungen sowie mit der Gefahr verdeckter illegitimer Einflussnahme einhergeht. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an eine faire und transparente Ausgestaltung der Interessenvermittlung, die durch Instrumente der Lobbyregulierung wie dem Lobbyregister erreicht werden soll.
Der Vortrag gibt einen Überblick über die Strukturen, Akteure und Praxis des Lobbyings und zieht eine kritische Bilanz der Möglichkeiten und Schwachstellen der Lobbyregulierung.
Einführende Literatur:
Plümer, Sandra und Schiffers, Maximilian (2023). Der unerwartete Durchbruch einer Blockade. Policy-Stabilität und -Wandel im Querschnittsbereich der Lobbyregulierung im Vorfeld der Bundestagswahl 2021. In: Korte, KR., Schiffers, M., von Schuckmann, A., Plümer, S. (Hrsg.) Die Bundestagswahl 2021. Springer VS, Wiesbaden.
Reutter, Werner (2018). Verbände. In: Voigt, R. (eds) Handbuch Staat. Springer VS, Wiesbaden.
Schiffers, Maximilian (2021): Regieren mit (un)organisierten Interessen. In: Korte, Karl-Rudolf und Florack, Martin: Handbuch Regierungsforschung, Springer Fachmedien, Wiesbaden.
Zimmer, Anette (2023). Lobbyismus aus politikwissenschaftlicher Perspektive. In: Polk, A., Mause, K. (Hrsg.) Handbuch Lobbyismus. Springer VS, Wiesbaden.
Demokratie unter Druck? - Ein Blick hinter die Kulissen internationaler Wahlbeobachtung
Leitung: Dr. Pavel Utitz
Termine: Donnerstag, 11. Dezember 2025, 18.00–19.30 Uhr
Ort: Hörsaal XII, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz
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Wahlen sind das Fundament repräsentativer Demokratien. Um faire und transparente Wahlen zu gewährleisten, sind im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland fünf Prinzipien festgeschrieben: Wahlen müssen frei, allgemein, unmittelbar, geheim und gleich sein. Doch wie können diese Maßstäbe – besonders in Zeiten, in denen Demokratien weltweit unter Druck geraten – auch für Wahlen in anderen Ländern sichergestellt werden? Hier spielt die internationale Wahlbeobachtung eine entscheidende Rolle. Im Fokus dieser Veranstaltung stehen folgende Fragen:
- Wie laufen Wahlbeobachtungsmissionen konkret ab?
- In welcher Weise unterstützt die Wahlbeobachtung faire und transparente Wahlen?
- Welche Bedeutung hat die Wahlbeobachtung für demokratische Prozesse?
- Welche Aufgaben übernehmen die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und die Europäische Union (EU), um faire Wahlen zu gewährleisten?
- Mit welchen Schwierigkeiten sind Beobachtungsmissionen konfrontiert?
In der anschließenden Diskussion erhalten die Teilnehmenden Gelegenheit, Fragen zu stellen, Ihre Meinungen zu teilen und mehr über die Rolle der Wahlbeobachtung bei der Stärkung demokratischer Prozesse zu erfahren.
Dr. Pavel Utitz ist langjähriger Wahlbeobachter für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und hat unter anderem an Beobachtungsmissionen in den USA, Russland, der Türkei und zuletzt 2024 in der Mongolei teilgenommen.
„Aus der Geschichte lernen?“ – Flucht und Exil anhand bedeutender Biografien in den 30er und 40er Jahren
Leitung: Dr. Anne Klein
Termin: Donnerstag, 18. Dezember 2025, 18.00–19.30 Uhr
Ort: Hörsaal XII, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz
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Von 1940 bis 1945 sendete die BBC Thomas Manns Reden an seine Landsleute. Aus dem Exil in den USA sprach „die Stimme eines Freundes“, der die Deutschen aufrütteln und zur Umkehr aufrufen wollte. Auch Hannah Arendt war in die USA emigriert, und entwickelte dort ihre Totalitarismus-Analyse, ebenso wie die Vertreter der Frankfurter Schule, u. a. Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, die im Exil ihre grundlegende Studie zum „autoritären Charakter“ durchführten. Walter Benjamin wurde bei einer Grenzkontrolle in Spanien an der Weiterreise gehindert und beging daraufhin Selbstmord. Seine geschichtsphilosophischen Thesen regen uns heute zum Nachdenken an.
Die Vereinigten Staaten waren ein wichtiges Zufluchtsland für viele Vertriebene aus dem nationalsozialistisch besetzten Europa. Die Erfahrung von Flucht und Exil hat nicht nur das Leben der Betroffenen geprägt; vielmehr bilden die in dieser Zeit entwickelten Theorien, Forschungsansätze und Politikvorstellungen bis heute die Grundlage unseres demokratischen Selbstverständnisses.
Der Vortrag will einen Überblick geben über diese besondere deutsche Geschichte des Exils, verknüpft mit den Fragen: Welchen Stellenwert hat dieses Erbe des „eingreifenden Denkens“ in unserer Gegenwart und welche Bedeutung könnte es zukünftig erlangen? Inwiefern leisten die Einflüsse des Exils und der Exilforschung einen Beitrag zur Festigung unserer Demokratie?
Die Bildung der deutschen Nation im 19. Jahrhundert – Mythen, Ambivalenzen, Perspektiven
Leitung: Jonas Wernz M. Ed.
Termine: Donnerstag, 22. Januar 2026, 18.00–19.30 Uhr
Ort: Hörsaal XII, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz
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Das Dozent:innenhonorar für diese Veranstaltung wird aus den Mitgliedsbeiträgen des fgs finanziert.
Die Bildung der deutschen Nation im 19. Jahrhundert ist eigentlich schnell erzählt – oder etwa nicht? Erweckt im „Befreiungskampf“ gegen Napoleon, unterdrückt durch die restaurativen Mächte im Vormärz, gescheitert in der Revolution von 1848/49, wurde die ewig „verspätete Nation“ in den drei „Einigungskriegen“ zwischen 1864 bis 1871 schließlich durch „Blut und Eisen“ von oben geformt, um endlich ihren imperialen „Platz an der Sonne“ einzunehmen. So jedenfalls lautet das bis heute wirkmächtige nationale Meisternarrativ, an dessen Festigung sowohl die borussisch-kleindeutsche Historikerzunft als auch die Vertreter:innen der sogenannten Sonderwegs-These ihren Anteil hatten.
In dieser Veranstaltung wollen wir mit einigen Mythen dieser Erzählung aufräumen und die Entstehungsgeschichte der deutschen Nation stärker ausdifferenzieren. Angeleitet durch theoretische Konzepte der jüngeren Nationalismusforschung fragen wir nach der zeitgenössischen Vielschichtigkeit nationaler Imaginationen in Deutschland, nach den komplexen Identitätsbezügen zwischen Region, Nation und Europa und den vielen Spannungen, die den 1870 geschaffenen Nationalstaat durchzogen. Indem wir verschiedene Spielarten des Nationalen beleuchten, der Fortdauer föderaler Traditionen nachgehen und die facettenreichen Konstruktionen des Eigenen und Fremden untersuchen, werden wir das Bild einer historisch unabgeschlossenen, fragilen und teils ambivalenten Nationsbildung im Deutschland des 19. Jahrhunderts zeichnen.