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Kulturelle Studienreihen der KOOST

Von der Muse geküsst: In zwei verschiedenen Studienreihen mit jeweils vier (oder auch mal drei) Sitzungen geht es um Kunst, Musik, Literatur oder Kulturgeschichte.

Kulturelle Studienreihe 1: Lachen und/oder Weinen?

Leitung: Dr. Ursula Pietsch-Lindt
Zeit: Dienstags, 12.00–13.30 Uhr
Einzeltermine: 21. April, 28. April, 5. Mai und 12. Mai 2026
Ort: Seminarraum S233, COPT-Gebäude, Luxemburgerstraße 90

Es ist keine Anmeldung erforderlich!Voraussetzung für die Teilnahme ist ein gültiger Gasthörer:innenausweis. Bitte bringen Sie diesen zur ersten Sitzung mit.

Das Dozent:innenhonorar für diese Veranstaltung wird aus den Mitgliedsbeiträgen des fgs finanziert.

Diese Studienreihe arbeitet mit einem ILIAS-Ordner. Das Zugangspasswort erhalten Sie in der ersten Sitzung.
ILIAS-Kurslink: https://www.ilias.uni-koeln.de/ilias/goto.php/crs/6743100

Der ILIAS-Zugang im Gasthörerstudium ist seit dem Wintersemester 2025/26 für alle Arbeitskreise, Studienreihen und Studiengruppen durch ein einheitliches Passwort geschützt. Das Passwort wird Ihnen in den Auftaktsitzungen der Veranstaltungen von den Lehrpersonen mitgeteilt. Der Zugriff ist daher erst nach Auftakt der Veranstaltung möglich.

Wir kennen das immense Repertoire von Ausdrucksmöglichkeiten für Lachen und Weinen: Die emotionale Bandbreite mit ihren Schattierungen, ihren Facetten in Mimik, Gestik und akustischen Signalen. Das in sich gekehrte Schmunzeln, das Auslachen anderer, das stille Weinen und laute Schluchzen. Auch wenn Lachen und Weinen dem Menschen inhärent sind, es somit als anthropologisches Grundpotential gilt, sind sie in ihre jeweiligen soziokulturellen Rahmungen eingepasst. So interpretieren wir beispielsweise ein Lächeln als fein oder falsch, arrogant oder vielsagend; ein Weinen als Erpressung oder Mitleid erregend. Kulturgeschichtlich gefasst finden wir diese nichtsprachlichen Zustandsbeschreibungen in dem klassischen Topos als „homerisches Gelächter“ oder in der Form der Delegation an die (antiken) „Klageweiber“. Auch In der Bibel ist es nicht nur der Name Isaak, in dem das Lachen (Gottes) konnotiert ist, sondern es finden sich etliche Beispiele, in denen Lachen und Weinen mit einer Veränderung der Menschen einhergeht.

In dem riesigen Umfeld erlauben die vier Sitzungen nur eine kurze kulturphänomenologische Umschau. Als Ausgangspunkt nehmen wir nach einer kurzen allgemeinen Einführung den Kipp-Punkt, in dem Lachen in Weinen umschlägt oder umgekehrt. Eine besondere Grenzsituation, für deren Klärung wir in Helmuth Plessners sozialphilosophischem Text „Lachen und Weinen“ eine aufschlussreiche theoretische Grundlage vorfinden. 

In den drei weiteren Sitzungen wird es um Lachen und Weinen in der (politischen) Öffentlichkeit gehen, um das Lächeln in der Kunst des Mittelalters und natürlich darf auch der gendersensible Blick auf „Boys Do Cry“ nicht fehlen. 

Empfohlene Literatur (wird in Auszügen auf ILIAS bereitgestellt): Helmuth Plessner, Lachen und Weinen. In: Ders.: Ausdruck und menschliche Natur. Gesammelte Schriften Bd.VII, Suhrkamp Verlag. Frankfurt a.M. 2003; Marcel Beyer, Das blindgeweinte Jahrhundert. Suhrkamp Verlag Berlin 2017. 

Kulturelle Studienreihe 2: 80 Jahre nach seinem Tod: Gerhart Hauptmann und der Naturalismus

Leitung: Priv.-Doz. Dr. Rolf Füllmann
Zeit: Mittwoch, 16.00–17.30 Uhr
Einzeltermine: 10. Juni, 17. Juni, 24. Juni und 1. Juli 2026
Ort: Seminarraum S65, Philosophikum, Universitätsstraße 41

Es ist keine Anmeldung erforderlich!Voraussetzung für die Teilnahme ist ein gültiger Gasthörer:innenausweis. Bitte bringen Sie diesen zur ersten Sitzung mit.

Das Dozent:innenhonorar für diese Veranstaltung wird aus den Mitgliedsbeiträgen des fgs finanziert.

Diese Studienreihe arbeitet mit einem ILIAS-Ordner. Das Zugangspasswort erhalten Sie in der ersten Sitzung.
ILIAS-Kurslink: https://www.ilias.uni-koeln.de/ilias/goto.php/crs/6743287

Der ILIAS-Zugang im Gasthörerstudium ist seit dem Wintersemester 2025/26 für alle Arbeitskreise, Studienreihen und Studiengruppen durch ein einheitliches Passwort geschützt. Das Passwort wird Ihnen in den Auftaktsitzungen der Veranstaltungen von den Lehrpersonen mitgeteilt. Der Zugriff ist daher erst nach Auftakt der Veranstaltung möglich.

Der Naturalismus gehört zu den wichtigsten literarischen Strömungen des späten 19. Jahrhunderts. Er reagiert auf die sozialen Umbrüche der Industrialisierung und strebt eine möglichst genaue Darstellung der Wirklichkeit an. Im Mittelpunkt dieses Seminars steht Gerhart Hauptmann (1862–1946), der bedeutendste Vertreter des deutschsprachigen Naturalismus und Literaturnobelpreisträger von 1912. Sein Werk wird in einen europäischen wie intermedialen Zusammenhang eingeordnet.

Zu Beginn wird Hauptmanns literarische Position durch seine Selbstinszenierung als Goethe-Nachfolger wie vor dem Hintergrund des europäischen Naturalismus vorgestellt, den u.a. der französische Schriftsteller Émile Zola begründete. Inspiriert durch Hauptmann war etwa der Lette Rūdolfs Blaumanis aus dem von Deutschbalten dominierten Livland. Seine teilweise deutschsprachigen Texte wie etwa die Revolutionsstudie Meine Flucht zeigen, wie naturalistische Darstellungsweisen um 1900 auch in ostmitteleuropäischen Kontexten wirksam wurden.

Im Zentrum des Seminars stehen Hauptmanns eigene Werke. Die Novelle Bahnwärter Thiel wird als Beispiel naturalistischer Erzählkunst gelesen und unter inhaltlichen sowie novellentheoretischen Gesichtspunkten analysiert. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Drama Die Weber, das den schlesischen Weberaufstand von 1844 thematisiert. Behandelt werden sowohl dramentheoretische Neuerungen als auch die gesellschaftliche Wirkung und zeitgenössische Rezeption des Stücks.

Zum Abschluss richtet sich der Blick auf die Rezeption Hauptmanns im Bereich der bildenden Kunst. Anhand von Käthe Kollwitz’ Grafikzyklus zu Die Weber wird die Verbindung von Literatur, sozialem Engagement und künstlerischer Gestaltung untersucht. Diese Sitzung ist verbunden mit einem Besuch des Kölner Käthe-Kollwitz-Museums.

Literatur zur Einführung:

Rolf Füllmann: Bahnwärter Thiel. In: Ders.: Einführung in die Novelle. WBG. Darmstadt 2010. S. 118-125

Jürgen Nelles: Gerhart Hauptmann. Literatur kompakt Bd. 14. Baden-Baden 2018

Peter Sprengel: Gerhart Hauptmann. Bürgerlichkeit und großer Traum. Eine Biographie. München 2012.