Die Citizen-Science-Projektgruppe „Lernen im Alter(n)“ im Kölner Gasthörer- und Seniorenstudium erforscht, welche Rolle das Lernen für die Lebensgestaltung, persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe im höheren Lebensalter spielt, welche individuelle und gesellschaftliche Bedeutung dem Lernen in dieser Lebensphase zukommt, auf welche Weise und unter welchen Bedingungen dieses Lernen vonstattengeht, was es befördert und was es behindert. Sie verfolgt damit das Ziel, Lernprozesse im Alter wissenschaftlich fundiert zu untersuchen.
Zu diesem Zweck trug die Gruppe zu Beginn des Projektes Erkenntnisse aus der Fachliteratur zusammen. Die Inhalte reichten von lernpsychologischen und pädagogischen Aspekten über Bildungsbiografien bis hin zu gerontologischen Gesichtspunkten und institutionellen Rahmenbedingungen. Indem die Teilnehmenden auch ihre eigenen Lernerfahrungen einbrachten, entwickelten sie so gemeinsam mit einer wissenschaftlich-pädagogischen Fachbegleiterin als zentrale Forschungsfrage, wie ältere Menschen Lernen erleben, welche Motive sie antreiben, welche Wirkungen sie wahrnehmen und welche Hindernisse ihnen begegnen.
Um das herauszufinden verschafften sich die Teilnehmenden im nächsten Schritteinen Überblick über unterschiedliche Methoden der qualitativen Sozialforschung und entwickelten auf dieser Basis einen standardisierten Fragebogen. Sie befragten in Personen in qualitativen Interviews danach, worin aus ihrer Sicht die Motivationen, Wirkungen und Widerstände des Lernens im Alter liegen. Bei der Auswahl der Probanden wurde dabei fallkontrastiv auf zwei unterschiedliche Profile geachtet: Eine Gruppe bestand aus Personen, die institutionalisierte Bildungsangebote wahrnehmen (z.B. das Kölner Gasthörer und Seniorenstudium) und eine andere aus Personen, die Lernen nicht institutionell organisieren.
Nachdem die erhobenen Daten im Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern diskutiert und nochmals strukturiert wurden, werden sie aktuell final ausgewertet. Die Ergebnisse werden in diversen Publikations- und Dialogformaten vorgestellt. Dabei kommen persönliche Lernverständnisse, Motivationen, die Bedeutung des Lernens für das individuelle Wohlbefinden älterer Menschen, die dafür notwendigen Bedingungen im Lichte individueller Bildungsbiografien, aber auch gesellschaftliche Faktoren, die Lernprozesse befördern oder erschweren, zur Sprache. In Verbindung damit finden geschlechtsspezifische Aspekte sowie Ansätze aus der Geragogik und Bildungswissenschaft Berücksichtigung.
Rottlaender, Eva-Maria, Citizen Science. Gemeinsam forschen mit Senior:innen, in: ProAlter 57, 1 (2025), S. 45-50.
Hambloch, Günter / Myrto Larsen / Rosemarie Neve / Ulrich Neuhaus / Eva-Maria Rottlaender / Sabine Wötzel, Das Forschungsprojekt "Lernen im Alter(n)", in: ConTouren. E-Zeitschrift von und für Gasthörerinnen und Gasthörer, 15 (2024), S. 15-16.
Wötzel, Sabine: CiSciLiA - ein Kurzbericht, in: ConTouren. E-Zeitschrift von und für Gasthörerinnen und Gasthörer, 2 (2021), S. 14.
Als Teilnahme
25. Juli 2024: Posterpräsentation im Rahmen der Semesterabschlussveranstaltung des Service Learning am Professional Center der Universität zu Köln, Poster s. hier.
Als Veranstalter:innen
19.11.2024: Lernen im Alter(n) – Idee, Umsetzung, Hürden und Erkenntnisse
Das Projekt wurde an unserer Universität von der Gruppe in seiner Entstehung und Geschichte vorgestellt, es wurde veranschaulicht, wie die Gruppe arbeitet, was daran wissenschaftlich ist und auch der Arbeitsstand wird auf Grundlage aller bisher geführten Interviews grob vorgestellt. Nach einem Gruppenvortrag gab es die Möglichkeit, sich über folgende Fragen mit der Gruppe auszutauschen: Was bedeutet Lernen im Alter für Sie? Was motiviert Sie zum Lernen? Was hindert Sie daran? Welche Wirkung hat das Lernen auf Sie? Damit wurden zugleich auch die drei Analysedimensionen der Projektgruppe angesprochen. Dies diente zugleich als Grundlage für die nächste Sitzung am 26.11.2024, indem – je nach Interesse der anwesenden Personen – eine Einteilung nach den genannten drei Kategorien geschaffen wurde.
26.11.2024: Wir kommen ins Gespräch – Analysedimensionen im Fokus
Anhand von Poster-Präsentation und Metaplanwänden wurden an unserer Universität die offenen Fragen und bisherigen Arbeitsergebnisse der Projektgruppe zu den drei einzelnen untersuchten Dimensionen des „Lernens im Alter(n)“ Motivationen – Wirkungen – Widerstände in kleinen Untergruppen eingehender reflektiert, diskutiert und vertieft.
21.01.2025: Fachgespräch
Auf Grundlage des angestoßenen Reflexionsprozesses hat die Projektgruppe ein Fachgespräch mit Prof. Dr. Julia Steinfort-Diedenhofen (Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen) geführt.
24.06.2025: Austauch auf dem Forum “Mutige Menschlichkeit”
Die Gruppe tauschte sich intensiv mit Besucherinnen und Besuchern des Forums aus zu persönlichen Fragen der eigenen Standortbestimmung: Was möchte ich ändern in meinem Leben und was hält mich davon ab, dies zu tun? Das Forum wurde vom Professional Center der Universität zu Köln veranstaltet (s. https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7343339785060548608/).
15.01.2026: Dialogveranstaltung
AIm Lichte Ihrer Arbeitsergebnisse problematisierte die Projektgruppe im Dialog die Frage, welche Rolle das Geschlecht beim Lernen im Alter spielt (siehe auch Foto oben, rechts)
13 Mai 2026 (geplant): Vorstellung von Ergebnissen