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Faszination Kino – Analyse ausgewählter Spielfilme

Die Citizen-Science-Projektgruppe „Faszination Kino“ im Gasthörer- und Seniorenstudium der Universität zu Köln widmet sich der wissenschaftlichen Analyse ausgewählter Spielfilme aus unterschiedlichen kulturellen, historischen und ästhetischen Kontexten mit dem Ziel, einen vertieften und reflektierten Zugang zur Filmsprache zu entwickeln und aktuelle Spielfilme wissenschaftlich fundiert zu erschließen. Auf dieser Grundlage sollen filmische Sprache und Erzählstrukturen auch in einer breiteren Öffentlichkeit verständlich und die gesellschaftliche Relevanz des Kinos sichtbar gemacht werden. 

Gemeinsam erforschen die Teilnehmenden zu diesem Zweck sehr vielfältige Ausdrucksformen des Mediums Film und setzen sich mit deren gesellschaftlicher, kultureller und künstlerischer Bedeutung auseinander. Dabei werden vor Beginn eines jeden Semesters bestimmte Filme, Regisseurinnen und Regisseure, Genres oder thematische Schwerpunkte ausgewählt (z.B. Heterotopien, Liebe, weiblicher Blick) und der dazugehörige Quellenkorpus definiert. Im Verlaufe des jeweils nachfolgenden Semesters wird das Material weiter eingegrenzt und mit filmwissenschaftlichen Methoden eingehend untersucht. Dabei stehen nicht allein die Handlungen und die Figuren im Mittelpunkt, sondern auch Bildgestaltung, Montage, Kameraarbeit, Ton, Dramaturgie und symbolische Ebenen filmischer Erzählungen. Die Inhalte reichen von der Szenenanalyse über Charakterisierung und Motive bis hin zu Stil, Regiehandschrift, Kamera und kulturhistorischen Kontexten.

Bei den Teilnehmenden handelt es sich um Cineasten mit Leidenschaft, die ihre eigenen Kinoerfahrungen, Sehweisen und interpretativen Zugänge einbringen. Ergänzt durch fachwissenschaftliche Impulse wissenschaftlicher Begleitpersonen werden jedes Semester analytische Kriterien immer wieder angepasst, neu entwickelt und angewandt.

Zuletzt beschäftigte sich die Projektgruppe vor allem mit herausragenden Filmen der neueren Filmgeschichte sowie mit internationalen Produktionen aus unterschiedlichen Kulturkreisen (z.B. Iran, Südkorea). Dabei wurden z. B. Werke von Akira Kurosawa, Aki Kaurismäki, Wim Wenders, Bong Joon-ho, François Ozon, Ryūsuke Hamaguchi und Ildikó Enyedi analysiert. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem japanischen Kino und dessen kulturellen Hintergründen. 

Die gemeinsam erarbeiteten Analysen werden auf der Projektwebsite veröffentlicht und fließen zudem in Vorträge, Diskussionsveranstaltungen und Publikationen des Gasthörer- und Seniorenstudiums ein.

Website

Publikationen

Anthes-Kettler, Brigitte, Die Landschaft als filmischer Raum – Die Anfangs- und Schlusssequenz des Films „Lucky“ von John Carroll Lynch (USA 2017), in: ConTouren. E-Zeitschrift von und für Gasthörerinnen und Gasthörer, 5 (2022), S. 13-19.

Heinen, Bernd, Lässt sich die soziale Herkunft erschnuppern? Der Geruch der Armut im Film Parasite von Bong Joon-Ho, in: ConTouren. E-Zeitschrift von und für Gasthörerinnen und Gasthörer, 3 (2021), S. 17-20.

Gerlach, Inga et. al., "Wir sind Gespenster". Widerspenstige Alte und Medienkritik in Fellinis Ginger und Fred, in: Querformat 7 (2014), S. 85-90.

Veranstaltungen

6. Mai 2026 (geplant): “Familienbilder im japanischen Film – ein filmanalytisches Gespräch” im Rahmen der “Campus Talks” des Vereins zur Förderung des Gasthörerstudiums e.V. (fgs)